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Aug. 2022
Bei einem Frontalaufprall stützt ein rückwärtsgerichteter Sitz Kopf, Nacken und Wirbelsäule über die gesamte Sitzschale – die Unfallforschung spricht daher klar für das Rückwärtsfahren. Doch nur 29 % der Kinder im Alter von vier Jahren fahren in Schweden rückwärts. Dies geht aus dem Bericht der schwedischen Versicherungsgesellschaft Folksam über die Sicherheit von rückwärtsgerichteten Kindersitzen hervor.
Schweden gilt vielen als Vorbild, wenn es um die Sicherheit von Kindern im Straßenverkehr geht. Auch wenn die Zahlen weitaus besser aussehen als im übrigen Europa, sind sie doch alarmierend. Vor allem, wenn man bedenkt, dass die meisten Länder in Europa noch viel schlechter abschneiden.
Sieben von zehn Eltern in Schweden drehen ihr Kind viel zu früh, bereits im Alter von vier Jahren, in Fahrtrichtung. Im Vergleich zum gleichen Bericht aus dem Jahr 2006 ist jedoch auch ein positiver Trend zu beobachten: Die Zahl der rückwärtsfahrenden Kinder steigt immerhin. Doch wir sollten uns nicht täuschen lassen und uns mit dem „positiven Trend“ zufriedengeben. Der Wandel muss schneller voranschreiten, schließlich geht es um das Leben von Kindern!
Es geht darum, den Status quo in Frage zu stellen. Der Bericht von Folksam zeigt, dass der Hauptgrund für Eltern, ihre Kinder nach vorne zu setzen, darin besteht, dass „das Kind zu groß für den Autositz ist“ oder dass „nicht genug Beinfreiheit für das Kind vorhanden ist“.
Heutzutage werden Kindersitze produziert, die langes Rückwärtsfahren bis zu einer Größe von 125 cm erlauben, das heißt etwa bis zu einem Alter von 6-7 Jahren. Natürlich sind wir uns bewusst, dass alle Kinder in unterschiedlichem Tempo wachsen, sowohl was die Größe als auch was das Gewicht betrifft. Doch es gibt heute innovative Lösungen, die den meisten Kindern weit über das Alter von vier Jahren hinaus passen.


Es geht vor allem darum, ein Bewusstsein zu schaffen. Wir haben keinen Zweifel daran, dass alle Eltern das Beste und Sicherste für ihr Kind wollen. Aber wenn die Informationen und das Wissen nicht vorhanden sind, wie kann dann die sicherste Option gewählt werden? Das ist nicht möglich.
Gemeinsam müssen wir Aufmerksamkeit für das Thema Rückwärtsfahren schaffen. Die Zeiten haben sich geändert. Es gibt innovative Lösungen auf dem Markt, um den Kindern die größtmögliche Sicherheit zu bieten und sie so lange wie möglich rückwärtsgerichtet zu transportieren. Wir müssen nur ein gemeinsames Verständnis für die Sicherheit des Rückwärtsfahrens etablieren und die lebensrettende Botschaft an alle Eltern in die Welt tragen.