Neue schwedische Studie zeigt: Rückwärtsfahren rettet Leben
Folksam, eine der größten Versicherungsgesellschaften Schwedens und bekannt für ihre Verkehrssicherheitsanalysen, hat eine neue Studie veröffentlicht. Dafür wurden alle tödlichen Autounfälle in Schweden von 1992 bis 2024 ausgewertet, bei denen Kinder zwischen 0 und 6 Jahren im Auto saßen. Der Bericht zeigt, wie Kinder gesichert waren, welche Belastungen beim Crash entstanden sind – und wie rückwärtsgerichtetes Fahren das Verletzungsrisiko reduzieren kann.
Kindersicherheit im Auto: Erkenntnisse aus Schweden
Im untersuchten Zeitraum kamen in Schweden 99 Kinder im Alter von 0 bis 6 Jahren als Autoinsassen ums Leben. Zwar sind die Zahlen im Laufe der Jahre deutlich zurückgegangen, doch die Daten zeigen ein klares Muster: Viele Kinder waren nicht richtig gesichert – oder saßen nicht im passenden Kindersitz.
Schweden gilt weltweit als Vorreiter in Sachen Verkehrssicherheit, geprägt durch Vision Zero und strenge Vorschriften. In unserem Report „Kindersicherheit im Auto“ haben wir festgestellt, dass 84 % der Kinder bis vier Jahre in Schweden rückwärtsgerichtet fahren. Zum Vergleich: Im Vereinigten Königreich sind es nur 22 % der 2- bis 3-Jährigen.
Trotz dieser hohen Quote gibt es in Schweden weiterhin tödliche Unfälle. Die Studie zeigt, warum: Oft wird zu früh vorwärtsgerichtet gewechselt oder der Kindersitz nicht korrekt genutzt. Die wichtigste Erkenntnis ist klar: Je länger dein Kind rückwärtsgerichtet fährt, desto besser ist es geschützt.
Die Zahlen sprechen für sich: Rückwärtsgerichtet ist deutlich sicherer
Die Auswertung der schwedischen Unfallanalysen zeigt: Fast die Hälfte aller tödlichen Unfälle mit Kleinkindern hätte möglicherweise anders ausgehen können.


Kinder von 0-3 Jahren
Bei Kindern zwischen 0 und 3 Jahren zeigen die Folksam-Ergebnisse eine klare Sicherheitslücke im Alltag: Viele Kinder fuhren nicht wie empfohlen rückwärtsgerichtet in einem Reboarder. Ein großer Teil wurde zu früh vorwärtsgerichtet transportiert – oder gar nicht angeschnallt.
- 69 % waren nicht wie empfohlen gesichert (rückwärtsgerichtet bis mindestens 4 Jahre)
- 28 % saßen in einem rückwärtsgerichteten Kindersitz
- 34 % waren vorwärtsgerichtet angeschnallt
- 33 % waren ungesichert
Besonders wichtig: Bis zu 48 % der Todesfälle hätten möglicherweise verhindert werden können, wenn die Kinder rückwärtsgerichtet gefahren wären.
Noch konkreter: Folksam schätzt, dass 12 von 19 Kindern (63 %) unter vier Jahren, die vorwärtsgerichtet im Kindersitz saßen, mit rückwärtsgerichtetem Fahren überlebt hätten.
Kinder von 4-6 Jahren
Auch bei Kindern von 4 bis 6 Jahren zeigt die Studie eine klare Lücke: Kein einziges Kind war rückwärtsgerichtet unterwegs – obwohl viele noch klein genug gewesen wären, dass rückwärtsgerichtetes Fahren den Unterschied hätte machen können.
- 0 % rückwärtsgerichtet
- Mehr als jedes vierte Kind war noch klein genug, dass rückwärtsgerichtetes Fahren als wahrscheinlich oder potenziell lebensrettend bewertet wurde
- 68 % waren angeschnallt (44 % im vorwärtsgerichteten Kindersitz, 24 % nur mit Gurt)


Das größte vermeidbare Risiko: Zu früh die Fahrtrichtung wechseln
Der deutlichste vermeidbare Risikofaktor in den Daten ist ein zu früher Wechsel der Fahrtrichtung. Gerade bei kleinen Kindern bietet rückwärtsgerichtetes Fahren im Reboarder den besten Schutz für Kopf, Nacken und Wirbelsäule – besonders bei den Unfallarten, die am häufigsten zu schweren Verletzungen führen.
Bei Axkid empfehlen wir dir, dein Kind so lange wie möglich rückwärtsgerichtet fahren zu lassen – idealerweise bis etwa 125 cm und ungefähr 7 Jahre. Entscheidend ist nicht das Alter, sondern ob dein Kind körperlich so weit ist, dass ein vorwärtsgerichteter Sitz wirklich sinnvoll schützt.
Wenn du dir unsicher bist, wann der richtige Zeitpunkt für den Wechsel ist, findest du hier unsere Empfehlungen.
Die wichtigsten Erkenntnisse aus dem Bericht
- 0–3 Jahre: Fast die Hälfte (bis ca. 48 %) der Todesfälle wurde als potenziell vermeidbar bewertet – wenn die Kinder rückwärtsgerichtet gefahren wären.
- 4–6 Jahre: Mehr als jedes vierte Kind (über 25 %) war noch in einem Größenbereich, in dem rückwärtsgerichtetes Fahren einen Unterschied hätte machen können.
- Insgesamt (0–6 Jahre): Korrektes und konsequentes rückwärtsgerichtetes Fahren hätte bei mehr als jedem dritten tödlichen Unfall den Ausgang möglicherweise verändert.
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Wir können die Vergangenheit nicht ändern. Aber die Fakten sind klar: Wenn mehr Kinder länger rückwärtsgerichtet fahren, sind sie sicherer unterwegs.
*Quelle: Folksam. CRS usage in fatal car crashes in Sweden. 2025. (Bericht auf Grundlage schwedischer detaillierter Unfalluntersuchungen)